unsere Geschichte

Unsere Geschichte

Entstehung der altlutherischen Kirche

Die Geschichte der Martin-Luther-Gemeinde ist eng verwoben mit den Spannungen und Hoffnungen unserer jüngeren deutschen Vergangenheit. Sie beginnt nicht mit dem Bau eines Kirchengebäudes, sondern mit dem festen Glauben von Menschen, die auf der Suche nach Freiheit, Heimat und Gottes Wort waren.

Als im Jahr 1845 den lutherischen Christen in Preußen endlich die freie Ausübung ihres Glaubens gewährt wurde, legte dies den Grundstein für die Evangelisch-Lutherische (altlutherische) Kirche in Preußen – ein mutiger Schritt in einer Zeit religiöser Unterdrückung. Doch hundert Jahre später sollte diese Kirche erneut vor einer Prüfung stehen: der Vernichtung und Zerstreuung infolge des Zweiten Weltkriegs.

Altlutherische Christen in Schleswig-Holstein

Tausende lutherische Christen aus Schlesien, Pommern, Ost- und Westpreußen fanden sich nach der Flucht im Norden Deutschlands wieder – entwurzelt, doch getragen vom Glauben. Hier, in Schleswig-Holstein, begann der Wiederaufbau geistlicher Gemeinschaft: aus verstreuten Flüchtlingen entstanden kleine Hauskreise, später Gemeinden, die sich im Vertrauen auf Gottes Führung neu sammelten.

Inmitten dieser Neuanfänge entstand auch unsere Martin-Luther-Gemeinde. Sie wurde zum Ort des Trostes, der Verkündigung und der Hoffnung – ein Zeichen dafür, dass Gottes Wort auch in Zeiten tiefster Not lebendig bleibt. Ihre Geschichte erzählt vom miteinander lebendig glauben trotz aller Widerstände.

Chroniken der Martin-Luther-Gemeinde

Wer tiefer in diese eindrucksvolle Geschichte eintauchen möchte, findet in den beiden Gemeindechroniken ein lebendiges Zeugnis dieses Weges: Chronik I (1995) bewahrt die Erinnerungen an die Zeit der Gründung und des Aufbaus in Schleswig-Holstein, während Chronik II (2024) das fortgesetzte Wirken der Gemeinde in die Gegenwart dokumentiert. Gemeinsam zeichnen sie ein eindrucksvolles Bild davon, wie die Martin-Luther-Gemeinde aus Wurzeln der Flucht und des Glaubens zu einer festen Heimat im Norden geworden ist – und laden dazu ein, diesen Weg lesend nachzuvollziehen.

Chronist Hartmut Wahl