Hier finden Sie einige Artikel aus der gedruckten Ausgabe des Gemeindebriefes. Diese bleiben auch weiterhin online abrufbar und können über die Suchleiste leicht gefunden werden.

Gemeindebrief download

 

Hinter dem Wort ‚Bekenntnis’ stehen unterschiedliche Deutungen. Im gegenwärtigen kirchlichen Zusammenhang ist es für Viele eine Nebensache. Hauptsache Christ, das andere ist nicht so wichtig.

Für andere wird das Wort ‚bekennen’ schon wichtiger. Sie denken an ‚Farbe bekennen’ oder ‚sich schuldig bekennen’. Für Viele ist dieses ‚Bekennen’ auch mit optischen Zeichen (Abzeichen, T-Shirt, Fahne usw.) verbunden (denken wir an den Fußball und seine Fanausstattung).

Und wenn wir unsere Auffassung vom Leben, unser Wirklichkeits-verständnis preisgeben, dann ist das auch ein Bekenntnis.

Genau so ist es auch beim christlichen Bekenntnis. Es ist Ausdruck unseres Glaubens, unsere Reaktion auf das, was Gott getan hat, was die Christus-Predigt bei uns bewirkt hat Es gibt das persönliche Bekenntnis, wo ich hingehöre, was ich glaube, warum ich mitmache, und eben auch das Bekenntnis der Kirche. Ein Bekenntnis entfaltet, was die Kirche glaubt, wie sie das Wort Gottes versteht und die Sakramente gebraucht; und damit grenzt sich ein Bekenntnis auch gegen andere Auffassungen ab.

Für die lutherische Kirche ist das Bekenntnis immer eine wichtige Größe. Es setzt die Norm, es ordnet die Kirche, es legt fest, was in der Kirche gilt oder eben auch, was nicht gilt.

Unsere Zeit ist vom sogenannten Pluralismus geprägt. Alle haben recht – als gäbe es viele Wahrheiten. Sich festzulegen wird als Anmaßung und als Ausgrenzung der andern verstanden. Andere freuen sich über klare Standpunkte: „Bei euch weiß man wenigstens, woran man ist.“

Viele meinen, ein Bekenntnis müsse zeitgemäß, anpassungsfähig und damit auch revidierbar und veränderbar sein. Wir sind davon überzeugt, dass unser Bekenntnis schriftgemäß sein muss und die Heilige Schrift nicht veränderbar ist.

Von daher gelten in der Selb-ständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche bis heute die „Bekenntnis-schriften der ev.-luth. Kirche“. Darin ist verlässlich klargestellt und fest-gelegt, was schriftgemäß ist und in der Kirche gilt. Die SELK ist eine Bekenntniskirche, das heißt: sie bindet sich an das Wort Gottes und das Bekenntnis der Kirche. Darin will sie treu und verlässlich sein. Von Vielen wird das hoch geschätzt, und sie bekennen sich zu Christus und zu dieser Kirche.                                    ek

Liebe Gemeindeglieder und Freunde,

Pfingsten feiern wir den Geburtstag der Kirche. Seit dem wird das Evangelium von Jesus Christus gepredigt. Der Auftrag ist klar: „Gehet hin in alle Welt!“ So ist das Evangelium auch zu uns gekommen. Und wir reihen uns ein in die Schar derer, die dieses Evangelium predigen. Lutherische Predigt ist Christuspredigt, die Botschaft von der Vergebung der Sünden.

Doch bei dem Stichwort Predigt sollten wir einmal einen Augenblick innehalten und uns fragen, was eine Predigt für uns ist? Das Wort zum Abschalten? Die Meinung des Pastors? Wir sprechen von Moral- oder Gardinenpredigten. Wir lieben den Zuspruch, die Bestätigung und haben es nicht so gern, wenn uns ständig gesagt wird, was wir tun sollen.

Liegt es am Prediger? Ganz gewiss sehr viel. Der kann uns die Sache vermasseln und das Zuhören verleiden. Der kann auch seine Sache gut machen und uns das Zuhören erleichtern. Oder liegt es an uns? Ganz gewiss auch sehr viel. Können wir uns konzentrieren? Sind wir zu müde oder abgelenkt, mit uns selbst oder anderen Sorgen beschäftigt? Können wir noch gespannt sein und aktiv zuhören oder wissen wir schon alles?

Die hohen Kanzeln (um auch die auf den Emporen zu erreichen) haben zu dem Sprichwort geführt „über die Köpfe der Leute hinweg predigen“ und genau das soll nicht sein. Ein Prediger des Evangeliums will nichts anderes als Jesus Christus den Zuhörern verstehbar, ja schmackhaft zu machen.

Gott sei Dank ist Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes; denn der bringt Licht in unsern Verstand und das Feuer des Glaubens in unser Herz durch das Evangelium.

Auf ein gutes Predigthören

Eckhard Kläs, Sup.

Die Predigt gehört zum Gottesdienst und ist sozusagen ein geschützter Begriff. Reden, Referate oder Ansprachen werden woanders gehalten. In der Kirche wird gepredigt. Was ist das Besondere der Predigt? Es ist das Verkündigen des Wortes Gottes, das Überbringen einer Botschaft. Der Prediger ist wie ein Dolmetscher. Seine Aufgabe ist es, das, was Gott seinem Volk und aller Welt zu sagen hat, zu überbringen, in ihre Situation und Wirklichkeit zu übersetzen.

Predigtdienst ist also Botendienst. Prediger sind Mundboten Gottes. Ihre Überschrift lautet: So spricht der HERR. Das setzt voraus, dass sie selber sehr genau hinhören und sich intensiv mit dem Wort Gottes auseinandersetzen und vorbereiten. Sie selber müssen die Botschaft Gottes verstanden haben, damit sie diese auch richtig weitergeben können, sie nicht entstellen oder gar verdrehen.

Was ist die Botschaft Gottes an die Menschen? Einmal ist es die Kundgabe seines Willens, wie er sich unser Zusammenleben und unsern Umgang mit seiner Schöpfung vorstellt. In den Geboten und an vielen andern Stellen der Heiligen Schrift ist es präzise formuliert, was Gott von uns fordert und erwartet.

Das Andere ist am trefflichsten in der Weihnachtsgeschichte in Worte gefasst: „Siehe, ich verkündige euch große Freude…, euch ist heute der Heiland geboren!“ Das Evangelium, die frohe Botschaft von Jesus Christus, dass er der Retter aus aller Schuldverstrickung, aus allem Unheil ist, ist die Botschaft, „die allem Volk widerfahren“ soll, die in alle Welt gebracht werden will. Dass Jesus Christus der HERR ist, soll jeder wissen, der stärker ist als der Tod, der die Macht hat, Sünden zu vergeben und Unheil in Heil zu wenden.

Eine Predigt sticht oder geht unter die Haut. Bei einigen bewirkt sie Ärgernis und Abkehr, bei anderen weckt sie Neugier und zartes Vertrauen zu diesem Mann am Kreuz. Das Wort Gottes schafft Glauben und es stärkt auch und vertieft unseren Glauben.

Sicher, eine Predigt kann auch an einem vorbeigehen, wenn das Wort Gottes uns gerade einmal nicht trifft oder wir zu müde oder abgelenkt sind oder der Prediger seine Sache nicht so gut macht. Aber die Kriterien sind klar: „So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi“ (Röm. 10,17). Und: „Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.“ (Hebr. 3,7f)   ek