Hier finden Sie einige Artikel aus der gedruckten Ausgabe des Gemeindebriefes. Diese bleiben auch weiterhin online abrufbar und können über die Suchleiste leicht gefunden werden.

Gemeindebrief download

Wer fühlen will, muß hören! ist dieser Spruch richtig? Haben wir ihn nicht umgekehrt im Kopf: Wer nicht hören will, der muß fühlen  und werden damit an ein ganz bestimmtes Erziehungsmuster erinnert? Vielleicht kommen sogar ungute Erinnerungen hoch, wo es Eltern arg übertrieben haben.

Die Radiowerbung hat das Sprichwort umgedreht und wirbt darum, daß wir vor lauter Fernsehen das Radiohören nicht vergessen. Wer fühlen will, muß hören! Stimmt das? Kann man das, was aus Lautsprechern kommt, fühlen? In der Tat. Nicht nur, wenn einer zu laut aufdreht und wir sagen: Das tut weh in den Ohren!, sondern auch überhaupt: Musik wirkt, sogar Worte wirken. Musik kann guttun, beruhigen, entspannen, sie kann fröhlich machen und beflügeln, sie kann aber auch aufregen, anheizen, aggressiv machen.

Bei Worten ist es ganz ähnlich. Gute Nach-richten lassen aufatmen, machen Mut; schlechte Nachrichten, machen Angst, drücken runter. Mit Worten können wir aufbauen, trösten, Komplimente machen, aber auch niedermachen, verletzen.

Ja, es stimmt: Wer fühlen will, muß hören. Und beim Radio haben wir den großen Vorteil, daß wir uns allermeist aussuchenkönnen, was wir hören, was wir fühlen wollen. Wir können sogar die Intensität der Lautstärke und die Zeit selber bestimmen, aber dabei bleibt es: Wer fühlen will, muß hören muß anschalten, auf Empfang gehen und wer richtig etwas davon haben will, sollte nicht nur nebenbei hören, sondern ganz Ohr sein.

Ob das in der Kirche anders ist? Natürlich nicht. Im Gottesdienst gibt es allermeist gute Musik und es gibt Worte des Lebens zu hören. Eben weil in der Bibel die Worte des lebendigen Gottes stehen, wirken sie.

Können Sie sich vorstellen, daß das Wort Gottes Vergebung wirkt, von Schuld freispricht? Das ist das Besondere der Bibel, daß es ein Wirkewort ist, das Besondere an Gott, daß er tut, was er sagt. Worte sind Schall und Rauch, sagen wir zu manchem Menschenwort. Gottes Wort ist Schöpferwort. Er hat die Kraft und die Macht, daß sein Wort auch bewirkt, was er sagt.

Das Wort Gottes tröstet, baut auf und stärkt, es zeigt auch Fehlentwicklungen und Verstrickungen, es hält das Gewissen wach, es bringt Vergebung der Sünden, läßt Verletzungen heilen und bereinigt die Vergangenheit. Es bringt Frieden ins Herz und eine unbeschreiblich tiefe Freude und Ruhe. Deshalb heißt es auch Evangelium vom Jesus Christus Gute Nachricht!

Auch hier wird deutlich: Wer fühlen will, muß hören! Sicher kann man auch hier sein Radio oder den Fernseher einschalten, aber darin sind wir uns doch einig: Life ist besser und schöner! Life meint doch: selber miterleben. Wer bei der Öffnung der Grenze dabei war, hat mehr erlebt und gefühlt als die vorm Radio und Fernseher. Im Stadion erlebt und fühlt man mehr vom Spiel als vorm Fernseher.

Jeder Gottesdienst ist eine Life-Veranstaltung, lebendig, weil Gottes Wort zu hören ist, weil viele angerührt sind von der Kraft Gottes.

Ich möchte Sie einladen zum Hören, zum Miterleben, damit sie die Kraft des lebendigen Gottes fühlen. Und das verspreche ich Ihnen: In unseren Gottesdiensten gibt es allermeist gute Musik, aber wichtiger als das ist: sie hören Gottes Wort, Worte des Lebens. Sie sind einladen zum Mitbeten und Mitsingen, zum Abendmahl; an den Tisch des Herrn lädt Jesus Christus selbst ein, damit sie alle Wohltaten Gottes, die Erquickung der Seele, nicht nur fühlen, sondern richtig erleben.

Wer fühlen will, muß hören! Gehen Sie ganz auf Empfang oder sind Sie ganz Ohr. Der Glaube kommt nun einmal aus der Predigt und das Predigen aus dem Wort Gottes.

Pastor Eckhard Kläs

Liebe Gemeindeglieder und Freunde,

…den hat Gott auferweckt. Das ist der zentrale Satz der Osterbotschaft. Gemeint ist die Auferweckung Jesu Christi von den Toten. Was nach unserem Verstand und nach unserer Erfahrung nicht möglich ist, ist der Grund unseres Glaubens.

Anfang September haben in Wittenberg die nationalen und internationalen evangelischen Kirchen die Luther-Dekade ausgerufen, ein Jahrzehnt, zehn Jahre Luther Gedenken. Es geht um das 500-jährige Jubiläum der Reformation. Am 31. Oktober 1517 schlug Martin Luther sein Diskussionspapier, die 95 Thesen an die Schlosskirchentür in Wittenberg. 1508 war er als junger theologischer Lehrer nach Wittenberg gekommen.