Hier finden Sie einige Artikel aus der gedruckten Ausgabe des Gemeindebriefes. Diese bleiben auch weiterhin online abrufbar und können über die Suchleiste leicht gefunden werden.

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Liebe Gemeindeglieder und Freunde,

 

es ist Frühling, die Natur zeigt uns wieder Auferstehung. Aus tot geglaubten Zweigen sprosst neues Leben, dunkle Erde wird wieder grün. Jahr für Jahr erleben wir dieses Wunder.

 

Ja, wir können ein wenig erahnen, was Auferstehung ist. Da ist Schöpferkraft am Werk: Jesus Christus auferweckt von den Toten!

 

Jesus Christus ist wie ein Weizenkorn in die Erde gelegt. Das Alte ist gestorben aber viele Neue wachsen zu neuem Leben. Es war notwendig –die Not sollte gewendet werden–, dass er sterben musste. Nur so konnte er den Tod besiegen. Nur so konnte ein neues Leben entsprießen, das nicht mehr dem Tod unterworfen ist. „Jesus gibt dem Tod den Todesstoß“ – das ist Karfreitag und Ostern erstrahlt der Sieger, das neue Leben.

 

Ostern ist der Beginn der Neuschöpfung Gottes. Seit dem gibt es Leben über den Tod hinaus, ewiges Leben für alle, die mit Christus verbunden sind. Wie wir in die alte Schöpfung hineingeboren werden letztlich um zu sterben, so müssen wir auch in die neue Schöpfung hineingeboren werden, wiedergeboren werden aus Wasser und Geist, sprich durch die Heilige Taufe, um zu leben, ewig zu leben.  Und die Taufe aus Wasser und Geist ist unendlich mehr als eine Sachebene. Sie setzt uns in eine Beziehung zu dem Auferstandenen, in ein Vertrauensverhältnis, wie die Herde zum Hirten oder die Rebe zum Weinstock.

 

‚Ich glaube an dich’ heißt dann: ‚ich vertraue dir, dir vertraue ich mich an. Ich bin dein Eigentum für Zeit und Ewigkeit. Du hältst mich, du trägst mich, du tröstest mich.’

 

Die Begegnung mit dem Auferstandenen bringt diese Osterfreude, die Gewissheit: Jeus lebt!

 

Eine frohmachende Osterzeit

wünscht Eckhard Kläs, Sup.

Ich glaube an…

Viele haben es schwer mit dem Glauben. Sie gehen mit ihrem Denken in eine Sachauseinander-setzung und bekommen Schwierig-keiten. Angeblich gäbe es so viele Ungereimtheiten. Und so kommt es, dass der Glaube individuell wird. Jeder legt sich selbst zurecht, was er glaubt oder nicht glaubt. Gerade wir Deutsche lieben die Sachebene.

 

Ein Unternehmer hat einen Sohn, der sich hängen lässt. Er könne nichts, er schaffe nichts, er tauge nichts. Da nimmt ihn der Vater bei den Schultern, schüttelt ihn etwas, als wolle er ihn wach rütteln, schaut ihm in die Augen und sagt: „Junge, ich glaube an dich.“ Und es wird deutlich: wir sind hier auf keiner Sachebene sondern auf einer Beziehungsebene.

 

Und das genau ist der biblische Glaubensbegriff. Er drückt ein Beziehungs-, ein Vertrauensverhält-nis aus. ‚Ich glaube an dich’ ist Gespräch, ist Zusage. „Herr, auf dich traue ich, dir vertraue ich mich an, ich traue dir etwas zu!“ Das ist so wichtig zu erkennen, dass wir mit dem Glauben auf einer Beziehungsebene sind, dass Gott ein persönliches Gegenüber ist.

 

Der lebendige Gott, der auferstandene  Herr,  steht  vor   uns

–vielleicht müssten wir auch etwas wach gerüttelt werden– und sagt: „Fürchte dich nicht! Friede sei mit euch! Folge mir nach!“ Als die Jünger den Herrn sahen, wurden sie sehr froh. Und selbst der zweifelnde Thomas konnte am Ende sagen: „Mein Herr und mein Gott“; ich glaube an dich.

 

Der Unternehmersohn konnte es erst gar nicht glauben, weil er ganz anders von seinem Vater gedacht hatte. Aber durch diese Begegnung fing er tatsäch-lich an wieder ganz klein und ganz neu Ver-trauen zu fassen, Vertrauen zu seinem Vater, Vertrauen zu sich selbst. Es wuchs wieder eine gute Beziehung.

 

Weil Gott sagt: „Ich glaube an dich! Ich liebe dich, ich gebe alles für dich“, können wir Mut fassen und Vertrauen wagen und auch sagen: „Ich glaube an dich, ich schenke dir mein Vertrauen.“

Unser Gott ist ein lebendiger Gott, der zu uns spricht, der uns begegnen will. Als der Auferstandene seinen Jüngern begegnete, entstand aus Furcht und Zweifel eine neue Beziehung und sie glaubten an ihn.

Liebe Gemeindeglieder und Freunde,

um einigermaßen sicher zu stehen, braucht ein Haus solide Fundamente. Übertragen gilt das auch für unser Leben. Viele bauen ihr Lebenshaus sozusagen auf Sand und halten den Lebensstürmen kaum oder auch nicht stand. Die Bibel lädt uns ein auf Felsen zu bauen, auf einen sicheren Grund, der den Lebensstürmen standhält. Der Fels heißt Jesus Christus. An ihn glauben, sein Herz an ihn hängen, sein Leben nach ihm ausrichten, auf ihn hoffen, von ihm aufgefangen und getröstet sein, das ist das Fundament des Glaubens.

Fundamente sind klare, verlässliche und feste Grundlagen. Die braucht auch unser Glaube, Säulen, auf denen er steht. Die Kernsäule ist die Auferstehung, darauf ruht alles und daran entscheidet sich alles. Für uns wird sie immer wieder deutlich und fassbar am Aufertsehungstag, am Tag des Herrn, am Sonntag.

Und wie die Wochentage um den Sonntag kreisen, gibt es auch für unseren Glauben sechs weitere Säulen, die uns Martin Luther aus der Bibel herausgearbeitet hat, die drei Haupstücke*
• die Gebote  –  wie wir leben sollen
• der Glaube  –  was wir glauben sollen
• das Vaterunser  –  wie wir beten sollen
und die drei Lehrstücke:
• von der Taufe
• vom Abendmahl
• von der Beichte
[*) es heißt auch: Fünf Hauptstücke und das Lehrstück vom Amt der Schlüssel]
Das sind die sieben Säulen evangelischer Spiritualität, um die wir uns in den „Sieben Wochen mit“ befassen wollen. Ich lade ein mitzumachen.

Es ist eine sehr schöne Möglichkeit die Passionszeit zu gestalten, ihr Gesicht zu geben und Ostern vorzubereiten.

Gottes Segen wünscht

Ihr/Euer Pastor Eckhard Kläs