Lieber Bruder, liebe Schwester,

es gibt ein Leben nach dem Tod. Für Computerspieler ist das eine Selbstverständlichkeit. Da gibt es Computerspiele, bei denen hat man von vornherein gleich mehrere Leben, und wenn man dann eins verbraucht hat, dann nimmt man eben das nächste. Mit unserer Lebenswirklichkeit hat das wenig zu tun. Wir tragen an unserem Körper keinen Reset-Schalter, den man nur einmal kurz drücken muss, um den Computer neu zu starten. Von Tag zu Tag gehen wir dem Ende unseres Lebens entgegen.


Ja, noch mehr, unser Leben scheint ständig vom Tod bedroht zu sein. Und das nicht nur, wenn wir mit dem Auto fahren oder krank im Bett liegen und uns um unsere Gesundheit Sorgen machen. Unser ganzes Leben steht unter dem Vorzeichen, dass es irgendwann – früher oder später – aus und vorbei ist.
Finsternis und untröstliche Trauer will unser Leben bestimmen – gerade dann, wenn wir vor einem Sterbebett eines lieben Angehörigen stehen oder auf dem Friedhof sind. Ohne Christus bleibt uns nichts anderes als Vergänglichkeit, als Hoffnungslosigkeit, als die endgültige Trennung von Gott. Eine Macht ist der Tod, die sich schon jetzt wie ein dunkler Schatten über unser Leben legt, die uns vorantreibt und hetzt, um uns am Ende dann eben doch unweigerlich zu packen.
Tief traurig stand die Marta da vor dem Grab ihres Bruders Lazarus. Da kommt Jesus zu ihr. Vorwurfsvoll begrüßt sie ihn: „Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben“. Jesus beschränkt sich nicht darauf, sie damit zu trösten, was für ein wunderbarer Mensch der Lazarus doch war und das er für immer in unseren Herzen und Erinnerungen weiterleben werde. Sondern Christus sagt: „Dein Bruder wird auferstehen.“ „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben.“
Der Tod ist besiegt! Das ist die Freudenbotschaft von Ostern. Jesus Christus, der für unsere Sünde am Kreuz gestorben ist, der ist nach drei Tagen auferstanden! In Christus hat Gott mit dem Teufel gekämpft, die Gerechtigkeit mit der Sünde, das Leben mit dem Tod – und hat gesiegt. Und dieser herrliche Sieg, der ist auch deiner, so wahr du getauft bist.
Die Auferstehung ist nicht bloß ein Thema für die Zukunft, wenn du alt und gebrechlich bist. Sondern deine Auferstehung fängt schon hier und jetzt an, wenn du im Heiligen Abendmahl mit dem eins wirst, der den Tod besiegt hat. Da kommt er mit seinem wahren Leib und Blut in deinen sterblichen Körper hinein, er, der die Auferstehung und das Leben ist. Und wenn du dann wieder vom Altar an deinen Platz zurückkehrst, dann darfst du fröhlich und gewiss sein: Jetzt trage ich meine Auferstehung in mir, jetzt trage ich das Leben in Person in mir. Wie sollte für mich mit dem Tod alles aus sein, wenn doch das unvergängliche Leben in mir wohnt?
Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium. Dafür sei Gott gelobt in Ewigkeit.
Eine gesegnete Osterzeit wünscht euch herzlich Euer Vakanzpastor
         
Christian  Rehr