Lieber Bruder, liebe Schwester,
es war Krieg im Land. Die Philister kämpften gegen die Israeliten. Ihr Anführer war Goliath,  ein Riese, furchterregend und stark mit seinen Waffen. Dieser Goliath forderte Israel heraus. Nicht die Heere sollten gegeneinander kämpfen, sondern ein Duell zwischen einem Krieger Israels und ihm sollte den Kampf entscheiden. Niemand wollte gegen ihn antreten, bis der Schafhirte David ins Lager der Israeliten kam, um seinen Brüdern Proviant zu bringen.
Als er die Situation erkannte, bot er sich unversehens seinem König Saul als Hilfe an.
Der Herr, der mich von dem Löwen und Bären errettet hat, der wird mich auch erretten von diesem Philister. (1Sam 17,37)
Daraufhin legte Saul dem David seinen Panzer an, setzte ihm einen Helm auf den Kopf und gab ihm sein großes Schwert. Doch David legte die Rüstung schnell wieder ab. Sie war ihm zu schwer. Er nahm seinen Hirtenstab und seine Schleuder und suchte sich fünf glatte Steine aus. So zog er los gegen Goliath. Der aber sprach zu David:


Bin ich denn ein Hund, dass du mit Stecken zu mir kommst? Und der Philister fluchte dem David bei seinem Gott … David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Lanze und Spieß, ich aber komme zu dir im Namen des HERRN Zebaoth, des Gottes des Heeres Israels, den du verhöhnt hast.
Wir wissen, wie die Geschichte ausgeht: Bevor David in die Reichweite der Arme und Waffen Goliaths kommt, holt er einen Stein aus seiner Tasche und schleudert diesen, so dass er die Stirn Goliaths trifft und den Krieger tötet. Ein Steinlein konnte ihn fällen, den großen, furchterregenden, gotteslästerlichen Krieger. Luther dichtet in seinem Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ vom Feind der Menschen und Gottes: „Der alt böse Feind mit Ernst er‘s jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd‘ ist nicht seinsgleichen.“ Luther singt auch von dem David, der diesen Goliath besiegt hat, wenn er in der zweiten Strophe dichtet: „Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren, es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muss er behalten.“
Jesus Christus ist unser David, der den Goliath in Gestalt von Tod und Teufel besiegt hat. Er nimmt uns Christen als den Israeliten des Neuen Testaments die Furcht. Denn jetzt gilt:
Wie sauer und böse auch der Feind daherkommt: „Ein Wörtlein kann ihn fällen.“

Es grüßt euch herzlich Euer Pastor Christian Rehr