Liebe Gemeindeglieder und Freunde,

Pfingsten feiern wir den Geburtstag der Kirche. Seit dem wird das Evangelium von Jesus Christus gepredigt. Der Auftrag ist klar: „Gehet hin in alle Welt!“ So ist das Evangelium auch zu uns gekommen. Und wir reihen uns ein in die Schar derer, die dieses Evangelium predigen. Lutherische Predigt ist Christuspredigt, die Botschaft von der Vergebung der Sünden.

Doch bei dem Stichwort Predigt sollten wir einmal einen Augenblick innehalten und uns fragen, was eine Predigt für uns ist? Das Wort zum Abschalten? Die Meinung des Pastors? Wir sprechen von Moral- oder Gardinenpredigten. Wir lieben den Zuspruch, die Bestätigung und haben es nicht so gern, wenn uns ständig gesagt wird, was wir tun sollen.

Liegt es am Prediger? Ganz gewiss sehr viel. Der kann uns die Sache vermasseln und das Zuhören verleiden. Der kann auch seine Sache gut machen und uns das Zuhören erleichtern. Oder liegt es an uns? Ganz gewiss auch sehr viel. Können wir uns konzentrieren? Sind wir zu müde oder abgelenkt, mit uns selbst oder anderen Sorgen beschäftigt? Können wir noch gespannt sein und aktiv zuhören oder wissen wir schon alles?

Die hohen Kanzeln (um auch die auf den Emporen zu erreichen) haben zu dem Sprichwort geführt „über die Köpfe der Leute hinweg predigen“ und genau das soll nicht sein. Ein Prediger des Evangeliums will nichts anderes als Jesus Christus den Zuhörern verstehbar, ja schmackhaft zu machen.

Gott sei Dank ist Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes; denn der bringt Licht in unsern Verstand und das Feuer des Glaubens in unser Herz durch das Evangelium.

Auf ein gutes Predigthören

Eckhard Kläs, Sup.