Die Predigt gehört zum Gottesdienst und ist sozusagen ein geschützter Begriff. Reden, Referate oder Ansprachen werden woanders gehalten. In der Kirche wird gepredigt. Was ist das Besondere der Predigt? Es ist das Verkündigen des Wortes Gottes, das Überbringen einer Botschaft. Der Prediger ist wie ein Dolmetscher. Seine Aufgabe ist es, das, was Gott seinem Volk und aller Welt zu sagen hat, zu überbringen, in ihre Situation und Wirklichkeit zu übersetzen.

Predigtdienst ist also Botendienst. Prediger sind Mundboten Gottes. Ihre Überschrift lautet: So spricht der HERR. Das setzt voraus, dass sie selber sehr genau hinhören und sich intensiv mit dem Wort Gottes auseinandersetzen und vorbereiten. Sie selber müssen die Botschaft Gottes verstanden haben, damit sie diese auch richtig weitergeben können, sie nicht entstellen oder gar verdrehen.

Was ist die Botschaft Gottes an die Menschen? Einmal ist es die Kundgabe seines Willens, wie er sich unser Zusammenleben und unsern Umgang mit seiner Schöpfung vorstellt. In den Geboten und an vielen andern Stellen der Heiligen Schrift ist es präzise formuliert, was Gott von uns fordert und erwartet.

Das Andere ist am trefflichsten in der Weihnachtsgeschichte in Worte gefasst: „Siehe, ich verkündige euch große Freude…, euch ist heute der Heiland geboren!“ Das Evangelium, die frohe Botschaft von Jesus Christus, dass er der Retter aus aller Schuldverstrickung, aus allem Unheil ist, ist die Botschaft, „die allem Volk widerfahren“ soll, die in alle Welt gebracht werden will. Dass Jesus Christus der HERR ist, soll jeder wissen, der stärker ist als der Tod, der die Macht hat, Sünden zu vergeben und Unheil in Heil zu wenden.

Eine Predigt sticht oder geht unter die Haut. Bei einigen bewirkt sie Ärgernis und Abkehr, bei anderen weckt sie Neugier und zartes Vertrauen zu diesem Mann am Kreuz. Das Wort Gottes schafft Glauben und es stärkt auch und vertieft unseren Glauben.

Sicher, eine Predigt kann auch an einem vorbeigehen, wenn das Wort Gottes uns gerade einmal nicht trifft oder wir zu müde oder abgelenkt sind oder der Prediger seine Sache nicht so gut macht. Aber die Kriterien sind klar: „So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi“ (Röm. 10,17). Und: „Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.“ (Hebr. 3,7f)   ek